Eine berührende Geschichte über das Leben

 

Kurze Buchvorstellung

*Klappentext*

„Doris wächst in einfachen Verhältnissen im Stockholm der Zwanzigerjahre auf. Als sie zehn Jahre alt wird, macht ihr Vater ihr ein besonderes Geschenk: ein rotes Adressbuch, in dem sie all die Menschen verewigen soll, die ihr etwas bedeuten. Jahrzehnte später hütet Doris das kleine Buch noch immer wie einen Schatz. Und eines Tages beschließt sie, anhand der Einträge ihre Geschichte niederzuschreiben. So reist sie zurück in ihr bewegtes Leben, quer über Ozeane und Kontinente, vom mondänen Paris der Dreißigerjahre nach New York und England – zurück nach Schweden und zu dem Mann, den sie einst verlor, aber nie vergessen konnte.“

Das Cover von „Das rote Adressbuch“ ist liebevoll gestaltet und es wirkt, als wäre es tatsächlich das Adressbuch selbst. Trotzdem muss ich sagen, dass es mich in einer Buchhandlung nicht angesprochen hätte. Es sieht nicht aus wie ein Buch, das mich unterhalten könnte.

 

Meine Meinung

Da mich das Buch optisch nicht direkt angesprochen hätte, bin ich umso glücklicher, es überraschend als Rezensionsexemplar erhalten zu haben. So wurde mir eine Geschichte eröffnet, die ich sonst sicherlich verpasst hätte. Ich merke immer wieder, dass ich mich selbst behindere, indem ich so coverfixiert bin, aber ich kann einfach nicht aus meiner Haut…

Es geht um die 96-jährige Doris, die eigentlich nur einen Brief an ihre Großnichte Jenny schreiben wollte. Da sie aber so viel zu erzählen hat, wird irgendwie plötzlich viel mehr daraus als nur ein Brief.
Sie hat, seit sie von ihrem Vater ein rotes Adressbuch geschenkt bekommen hat, die Namen von allen Personen notiert, die ihr Leben beeinflusst haben. Da sie mittlerweile schon recht alt ist, steht neben vielen der Namen das Wörtchen „tot“. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, erzählt sie die Geschichten, die sie mit diesen Personen verbindet.

Das Buch ist so aufgebaut, dass es Kapitel gibt, die mit Das rote Adressbuch betitelt sind und darunter der Name der Person, um die es im Kapitel gehen wird, sie spielen also in der Vergangenheit. Andere Kapitel wiederum sind mit Zahlen betitelt. In diesen geht es um die Doris aus der Gegenwart. Dadurch ist es unglaublich leicht, in die Geschichte hinein- und sich zurechtzufinden. Anhand der Kapitelbezeichnungen weiß man immer ganz genau, in welcher Zeit und bei welchen Personen man sich gerade befindet. Außerdem sind die Kapitel recht kurz, was ich sehr gerne mag, da man so immer die Möglichkeit hat zu unterbrechen, ohne Schwierigkeiten hat, wieder den Anfang zu finden. Außerdem ist man immer verführt, zu denken „Ach, ein Kapitel geht noch“ und ruck zuck ist man durch.

Lundbergs Schreibstil hat mir wirklich sehr gut gefallen. Sie malt regelrecht mit Worten.

„Ich wünsche dir von allem genug. Genug Sonne, die Licht in deine Tage bringt, genug Regen, damit du die Sonne schätzen kannst, genug Glück, das deine Seele stärkt, genug Schmerz, damit du auch die kleinen Freuden des Lebens genießen kannst, und genug Begegnungen, damit du die Abschiede besser verkraftest.“ (S. 46)

Doris hat ein sehr bewegtes Leben geführt und so sind ihre Erinnerungen nicht nur von schönen Gefühlen geprägt, aber von tiefen. Ihre Lebensgeschichte ist unheimlich bewegend und nimmt einen direkt mit. Ich persönlich finde auch die Vorstellung großartig, dass sie ihrer Großnichte ihre Geschichte hinterlässt…was würde ich dafür geben, wenn ich diese Chance bei meinen Großeltern gehabt hätte…

Also lässt sich am Ende sagen, dass die Geschichte von Doris eine Hommage an ihr eigenes Leben ist, das sie ihrer Großnichte vermacht, was ich schon allein aufgrund der Idee großartig finde. „Das rote Adressbuch“ ist ein unterhaltsames Buch, das einem auch tolle Einblicke in das Leben im Wandel der Zeit und der Städte, in denen Doris lebte, gibt.

Es gibt vier Sätze in diesem Buch, die mich sehr berührt haben und die mich wohl noch eine ganze Zeit begleiten werden:

„Es ist nur ein Wort. Aber es birgt so viel mehr. Am Ende ist die Liebe das Einzige, was zählt. Hast du genug geliebt?“ (S. 350)

„Das rote Adressbuch“ bekommt von mir 4 von 5 Bücher und eine Leseempfehlung für alle Leser, die ruhige und bewegende Geschichten zu schätzen wissen.

  

 

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Kaufen könnt ihr das Buch hier!

Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 20.08.2018
Seitenzahl: 348

Ich danke dem Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar!