Unerwartet und ziemlich cool!

Klappentext

Das Heim von Geistern, von Hexen und einem Kind, das kein richtiges Kind ist.

1965 wird die junge Pearl zur Entbindung nach Lichen Hall geschickt, einem gotischen Herrenhaus, das in Schottland inmitten eines Waldes steht. Unverheiratete Frauen kommen hierher, um heimlich ihre Kinder zur Welt zu bringen.
Doch in Lichen Hall lauert Gefahr. Seltsame Schimmelpilze überwuchern die Wände und gespenstische Geheimnisse kriechen aus dem dunklen Wald heran …

Meine Meinung zu „Der Geisterwald“

In meiner großen Sammlung an Haunted House-Geschichten ist „Der Geisterwald“ eine echte Besonderheit. Es geht nicht klassisch um ein Geisterhaus, aber Ähnlichkeiten sind durchaus erkennbar.

Ich mag es grundsätzlich sehr, wenn es unterschiedliche Handlungs- oder Zeitstränge gibt, die nach und nach ihre Verbindung aufzeigen (vorausgesetzt, es sind nicht zu viele, natürlich). Hier ist das wirklich besonders gut gelungen. Außerdem fand ich es sehr spannend, die Konflikte und gesellschaftlichen Erwartungen und Probleme der damaligen Zeit zu verfolgen. Ein altes Herrenhaus, in das unverheiratete Frauen gehen, um dort zu gebären. Was für uns heute nur schwer vorstellbar ist, war damals gängige Praxis, zumindest in irgendeiner abgewandelten Form, denn unverheiratet schwanger zu sein, ruinierte den Ruf nachhaltig. Was hier aus dieser Situation gemacht wird, fand ich mega gut und gelungen. Besonders wenn man die Zeit betrachtet, fand ich vieles sehr feministisch und gewagt, was mir echt gut gefallen hat.

Insgesamt hätte ich an manchen Stellen ein paar mehr Horrorelemente vertragen, so ist „Der Geisterwald“ aber ein guter Einstiegsroman für Gruselhaus-Anfänger:innen.
Es gibt einige Elemente des Gothic-Horrors, was mir richtig gut gefallen hat, denn davon hab ich irgendwie noch immer viel zu wenig gelesen.
Diese sind in meinen Augen fantastisch verwoben mit der oben schon erwähnten gesellschaftlichen Struktur und der unterschwelligen Kritik daran.

Die Atmosphäre war super unheimlich und ich hatte durchweg das Gefühl, in ein kaltes, nasses Handtuch gewickelt zu sein (falls das irgendwie Sinn ergibt). Der Moder steigt quasi von den Seiten auf und der verschlossene Flügel des Hauses, in dem seltsame Pilze wachsen…bäh.
Und genau daran angeknüpft lässt sich meine Begeisterung für das Buch auch festhalten. Zwar hätte ich mir mehr Horror gewünscht, aber die Stimmung ist wirklich gut gelungen. Die Auflösung war für mich ein richtiges Highlight, das einen perfekten Kreisschluss zum Cover gezogen hat.

Daher gibts von mir ne Leseempfehlung, auch und vielleicht besonders für Neulinge des Genres.

Must read

 

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Verlag: Festa Verlag
Erscheinungsdatum: 22.07.2025
Seitenzahl: 496
Übersetzer:in: Manfred Sanders

 

Vielen lieben Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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