Eine Comicreihe, die ich euch uneingeschränkt ans Herz legen kann!

I. Das Setting

Wir alle lieben die alten TV-Serien aus den 80ern und 90ern und ich behaupte, das liegt nicht nur an nostalgischen Gründen. Diese Jahrzehnte hatten einfach ihren ganz eigenen Flair.
Und genau in dieser Zeit startet „Paper Girls“. Die Mädelsclique lernt sich beim Zeitungen austragen in den 80ern kennen und werden zu unzertrennlichen Freunden.

Aber wir bleiben nicht in den 80ern, denn es wartet eine abenteuerliche Reise durch die Zeit auf uns. Hier werden die Mädels immer wieder mit Dramen aus Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft konfrontiert.
Es werden also der coole Flair der 80er mit abgefahrener Zukunft vermischt und ich liebe das.

II. Das Thema Freundschaft

Auch wenn die Freundinnen alle völlig unterschiedlich sind und ihren eigenen Charakter einbringen, so eint sie doch eines ganz klar: ihr Sinn für Freundschaft.

Sie bestreiten die verrücktesten Abenteuer und werden teilweise auch voneinander getrennt. Doch sie halten immer aneinander und ihrer Freundschaft fest. Sie kämpfen füreinander und nehmen sich gegenseitig in Schutz, egal wie groß die Gefahr dabei ist. Auch wenn sie schwierige Zeiten durchstehen, so finden sie doch immer wieder zueinander.

III. Diversität

Ja, jeder spricht gerade darüber, wie wichtig es ist, Diversität in der Kunst zu zeigen. Warum? Weil es verdammt noch mal wichtig ist! Wir leben in einer Zeit, in der PoC immer noch benachteiligt sind, die Kirche die Segnung homosexueller Paare verbietet und Frauen nach wie vor dermaßen benachteiligt sind, dass mir der Kragen platzen könnte.

Und genau deshalb feiere ich es total, dass in „Paper Girls“ junge Frauen die starken Protagonistinnen sind. Sie brauchen keine Jungs, die sie beschützen. Sie beschützen sich gegenseitig und das machen sie verdammt gut! Auch das Thema Hautfarbe, bzw. Kultur wird aufgegriffen, ebenso wie das Thema sexuelle Orientierung. Und dabei wirkt es keineswegs erzwungen oder nach „Das musste da jetzt halt rein, weil es gerade jeder so macht“. Nein, hier ist es völlig normal, dass sich junge Frauen selbst entdecken, kennenlernen und entwickeln. Absolut großartig!

IV. Artwork

Ich bin kein Experte und kann bei den Illustrationen immer nur nach dem Prinzip „mag ich“ oder „mag ich nicht“ bewerten. und ich muss schon sagen, „Paper Girls“ ist echt abgefreakt. Die Farben der Panels wirken manchmal, als hätte man LSD oder halluzinogene Pilze konsumiert. Aber genau das macht auch den Charme der Comicreihe aus.

Verrückte Farben und sagenhaft durchdachte Panels machen diese Reihe zu einem absoluten Feuerwerk optischer Eindrücke.

V. Das Finale

Ich kann hier natürlich nicht spoilern… werde ich auch nicht. Aber was ich verraten kann ist, dass viele Zeitreisegeschichten oft das Problem des Abschlusses haben. Wie beende ich eine solche Geschichte, sodass es dennoch Sinn ergibt? Auch wenn man bei allen Zeitreisen über das eine oder andere Logikproblem stolpert, so hat mir hier die Auflösung richtig gut gefallen. Durchdacht und für mich absolut zufriedenstellend konnte ich am Ende Abschied nehmen und ich war nur wegen der Trennung wehmütig. Absolut gelungen!

 

Ihr seht also, diese Reihe ist ein absolutes Must read. Ich habe sie von Band zu Band mehr gefeiert und mich mehr in Story und Figuren verliebt. Ich hätte noch 10 weitere Bände lesen können, aber bin sehr happy, dass nichts unnötig in die Länge gezogen wurde. Man soll sich verabschieden, wenn es am schönsten ist 😉

 

 

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Verlag: Cross Cult
Erscheinungsdatum: ab März 2017
Seitenzahl: je 144 Seiten

 

Vielen lieben Dank an den Verlag für die Rezensionsexemplare!